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Bekleidung zwischen Uniformität und Differenz

Fotos: Frank Höhle
„Ich glaube, dass jedes Ding erfassbare Eigenschaften in sich birgt, die wir jedoch selten wahrnehmen. Wenn wir ein Ding mehrere Male nebeneinander oder untereinander oder hintereinander wahrnehmen, bemerken wir diese Eigenschaften.“
(Peter Roehr 1965, in Monopol 2/2008 S.73)
Innerhalb meiner Arbeit stelle ich die Frage, ob und auf welchem Wege es möglich ist, mit einer reduzierten Anzahl an exklusiven und maßgeschneiderten Kleidungsstücken nahezu alle alltäglichen, aber auch festlichen Situationen zu meistern – also kurz gesagt: immer und überall das Gleiche zu tragen. Die Kleidungsstücke müssen bei einer solchen Betrachtungsweise wohl dosierte Repräsentativität mit großer Bequemlichkeit verbinden. Ansprechende Materialien, hochwertige Ausführung, durchdachte Details und Praktikabilität sind unabdingbare Voraussetzungen für eine andauernde, angenehme Nutzbarkeit. Der Träger kann auf diesem Wege ein unverwechselbares Erscheinungsbild erlangen, da nur er über die für ihn gestalteten Kleider verfügt. Bekleidung wird auf diesem Wege völlig anders gedacht. Sie rückt im Repertoire der Selbstgestaltungs- und Repräsentationsmöglichkeiten ab vom Make-up hin zur Architektur. Bekleidung wird hier vielmehr wie ein Gebäude bearbeitet und benutzt. Sie wird persönlicher, dauerhafter und kann damit zugleich auch als nachhaltiger verstanden werden.
Selbst - Text
Seit Januar 2005 verfolge ich dieses Experiment und bin somit mein eigener und langjährigster Proband.
Der Imaginaere - Text
Der dritte und damit vorerst letzte Versuch mit einem männlichen Träger scheiterte. Das Missverständnis lag darin, dass für den Träger gleichförmige Kleidung nur durch eine Reduktion auf bloße Funktionalität vorstellbar wurde. Neben der physischen soll jedoch vor allem die soziale Existenz des Körpers Beachtung finden. Beide gilt es innerhalb der ästhetischen Aussage zu vermitteln. Daraufhin habe ich eine Ausstattung für einen imaginären Träger erarbeitet, anhand derer ich meine Vorstellungen von gleichförmiger männlicher Bekleidung realisierte. Die Überprüfung in der Realität steht jedoch noch aus.
Die Andere - Text
Im zweiten Fall richtet sich die Gestaltung an eine konkrete Trägerin, welche den gesamten Prozess von Anbeginn begleitete. Sie trägt ihre Kleider seit März 2007 nahezu durchgängig.


















































