Zur Person
Als Architektin und Modedesignerin beschäftigt sich Antje Kalus mit den unterschiedlichsten räumlichen Hüllen. Dabei kann es sich um dauerhafte, statische Räume aber auch um flüchtige, textile Häute handeln, die jedoch immer ins Verhältnis zum menschlichen Körper und dessen sozialen Kontext gesetzt werden. So lässt sich ihre Auseinandersetzung mit Bekleidung mit dem Wissen um ihre architektonische Tätigkeit besser nachvollziehen. Die architektonische Qualität von Kleidungsstücken kann sich wie bei dem von ihr entwickelten Bekleidungsprojekt nicht nur in einem dem Bauen entlehnten Nutzungsvorschlag widerspiegeln.
Innerhalb dieses Konzepts werden Fragen der Dauerhaftigkeit, Individualität und gesellschaftlichen Verantwortung beim Umgang mit Mode aus diesem Blickwinkel neu formuliert. Neben dieser konzeptuellen Auseinandersetzung betrachtet sie als Architektin den Körper immer als dreidimensionales Phänomen, dessen Umhüllung nach den Regeln der klassischen Schnittführung nur eine Möglichkeit von vielen darstellt. So beschäftigt sie sich z.B. seit langen intensiv mit Strick, bei dessen Herstellung bereits Masche für Masche eine dreidimensional geformte Fläche erzeugt werden kann. So gelingt es Kleidungsstücke anzufertigen, die keine Nähte benötigen und die darüber hinaus durch diese Denk- und Vorgehensweise eine eigene Ästhetik entfalten.
Für ihre Auseinandersetzung mit Bekleidung innerhalb ihrer Diplomarbeit „zeit - schichten - sichten“ wurde sie 2007 mit dem Mart-Stam-Förderpreis ausgezeichnet, in dessen Rahmen sie sich im Mai 2008 an einer Ausstellung im Projektraum des Kunstraumes Bethanien beteiligte.
Für 2009/2010 wurde ihr ein Stipendium für Akademie Schloss Solitude in Stuttgart zugesprochen. 2010 erhielt sie außerdem ein Stipendium am Center for Contemporary Art Ujazdowski Castle in Warschau.
